Besuch auf Island bei Eimverk

Wir verkosten isländischen Whiskey vor Ort

 

 

Es gibt nur zwei Whiskey Brennereien auf Island. Sie sind nur unter großem Aufwand zu erreichen. Statt wie üblich mit Torf wird die Gerste hier mit Schafsexkrementen getrocknet. Wir haben den beschwerlichen Weg auf uns genommen und die Eimverk Brennerei auf Island besucht.

 

Floki Whiskey Island

Nach mehreren Besuchen auf Schottland und Irland flogen wir zuallererst in dieselbe Richtung. Diesmal konnten wir die schottischen Highlands aus 11.000 Metern Höhe bewundern, denn gelandet wurde diesmal nicht. Es ging weiter bis nach Keflavík auf Island. Ein Land, das man nicht unbedingt im Kopf hat wenn man an Whiskey denkt. Eine Insel, die weit oben im Atlantik liegt, nur 330.000 Einwohner zählt, weder McDonalds noch Burger King hat und über Jahre einen Comedian als Hauptstadtbürgermeister einsetzte.

 

Floki
4,5 L Fässer mit jungem, isländischem Whiskey für Hotels und Bars auf Island.

 

Auf Anhieb „Double Gold“

 

 

Da Whiskey bekanntermaßen mindestens drei Jahre im Eichenfass reifen muss, entschied man sich bei Eimverk parallel Gin zu produzieren um Einnahmen zu generieren. Direkt der erste Gin bekam die sensationelle Auszeichnung „Double Gold“ auf der San Fransisco World of Spirits Competition, wie uns der Marketingleiter Páll voller Stolz erzählte. Geschmacklich ist er wirklich toll, aber wofür wir gekommen sind, ist der Whiskey namens Flóki.

 

Floki Whisky
Pot Still der Eimverk Brennerei

Deutsche Brennblase als Wunderwaffe

 

 

Für herausragende Destillate braucht es eine gute Brennanlage. Hierfür verwenden Eimverk zwei umgebaute Milchtanks, die sie Jeni und Maria nach ihren Großmüttern tauften, sowie eine Spirit Still vom Bodensee (Arnold Holstein GmbH). Über diese Brennanlage schafft es die kleine Brennerei auf passable 35.000 Liter Whiskey und Gin pro Jahr. Alle verwendeten Produkte stammen zu 100% aus organischem, isländischem Anbau. Das hat jedoch auch einen Haken, denn die isländische Gerste ist sehr arm an Stärke. Dies führt dazu, dass man für einen Single Malt die doppelte Menge an Gerste benötigt. Vor Ort berichtete der Master Distiller Egill, dass die Schafszüchter ihre Gerste inzwischen importieren müssen, um genügend für die Maische vorhalten zu können. Der positive Nebeneffekt ist ein sehr komplexer, süßer und öliger Single Malt.

 

 

 

Schafskot macht den Unterschied

 

 

Nachdem wir uns alles ansehen und alle Mitarbeiter kennenlernen durften ging es ans probieren. Tatsächlich fällt die verhältnismäßige kurze Reifungszeit nicht negativ auf. Flóki kommt ohne Altersangabe daher, aber da erst seit 2009 gebrannt wird, macht man keinen Hehl aus der kurzen Reifung. Auch Marketingleiter Páll lässt es sich nicht nehmen und stößt mit uns an. Als besonderes Highlight hatte Páll noch eine Überraschung für uns. Für 2017 ist der erste rauchige, isländische Single Malt geplant. Ein Glas der experimentellen Kleinstabfüllung, die nicht in den Verkauf ging, durften wir noch probieren. Statt wie herkömmlich mit Torf wurde hier das rauchige Aroma durch getrocknete Schafsexkremente erzeugt. Was nicht besonders appetitlich klingt entpuppt sich jedoch als wahrer Geniestreich. Der leichte Rauch, gepaart mit der süße des doppelten Gerstenanteils ergibt einen einmaligen Geschmack. Er dürfte noch etwas länger im Eichenholzfass reifen und hat dann gute Chancen auf einige Goldmedaillen der großen Wettbewerbe.

 

Da die kleine Halle im Hinterhof einer Firma für Fischtrocknungsanlagen aus allen Nähten platzt wird sich Eimverk bald vergrößern. Mit größeren Mengen, mehr Besuchern und älteren Whiskeys wird es sicher bald lauter um isländischen Whiskey. Wir sind froh den Weg auf uns genommen zu haben und haben uns entschieden bald einen Islandic Single Malt in unser Sortiment aufzunehmen.