Bourbon oder Tennessee Whiskey?

WARUM TENNESSEE WHISKEY UND BOURBON (MANCHMAL) DAS SELBE IST


Eine Theorie zum Jim Beam Double Oak

 

boubon

Seit einiger Zeit wird der relativ neue Jim Beam Double Oak stark durch Beam Suntory beworben. Doch warum wird bei der relativ kurzen Reifung von vier Jahren ein zweites Fass verwendet? Wir gingen dem auf den Grund und kamen zum Ergebnis, dass in diesem Fall ein Bourbon das Selbe wie ein Tennessee Whisky ist.

Vorweg muss man wissen, was es mit der doppelten Reifung im ausgebrannten, frischen Fass auf sich hat. Was man wissen muss ist, dass die Amerikaner ihren Bourbon und Whiskey gerne möglichst mild trinken. Die Amerikaner nennen das „Mild and Mellow“. Ein ausgebranntes Fass mit einer Kohleschicht im Inneren erfüllt genau diesen Zweck. Durch das ausgebrannte („charred“) Fass kommt es zu einer Art Filterung, welche das Destillat milder schmecken lässt. Nach ein oder zwei Jahren Reifung wirkt die Filterung natürlich weniger stark als zu Beginn. Hier kommt es dann zur Besonderheit der Umfüllung in ein neues, ausgebranntes Fass. Hier hat der Bourbon nun erneut die Chance durch die frische Holzkohleschicht zu filtern und noch weicher zu werden.

kohleschicht einer holzdaube

Das ist der Grund hinter der doppelten Fassreifung. Doch das genau ist der Grund, weshalb zumindest dieser Bourbon für uns technisch das Selbe ist, wie ein Tennessee Whiskey. Das lässt sich auch leicht erklären: Vor allem Jack Daniels, aber auch andere Produzenten der Region, heben ihre Produkte hervor indem sie ihre Destillate durch eine Schicht Holzkohle filtern. Erfunden hat dieses Verfahren der Mitarbeiter Alfred Eaton von Jack Daniels vor langer Zeit. Er gab dem Verfahren den Namen „Lincoln County Process“. Heute ist das Verfahren jedoch bekannter unter dem Begriff „Charcoal Mellowing“. Der Schlüssel unserer These liegt nun genau in diesem Wort „Mellowing“ (mellow = weich, reif, mild). Technisch passiert also beim Tennessee Whisky genau das gleiche, wie bei dem Reifen in mehreren frisch ausgebrannten Fässern. Das Destillat wird übermäßig durch Holzkohle gefiltert und damit besonders weich gemacht. Ergo: (Zumindest beim Double Oak Verfahren) gibt es keinen nennenswerten Unterschied mehr und hier ist Bourbon = Tennessee Whiskey.

Zum Jim Beam Double Oak selbst: Wie zu erwarten führt der intensive Kontakt mit den ausgebrannten Fässern zu einem tollen Nosing. Besonders weich und mit viel Honig riecht der Jim Beam wesentlich älter als vier Jahre. Hier muss man eingestehen, dass er in der Nase voll überzeugt. Auch der Geschmack überraschte uns positiv. Naja, man muss ihn zumindest nicht unbedingt mit Cola mischen ;-). Die feinen Noten von Karamell und Vanille in Kombination mit dem intensiven Duft erinnern uns etwas an den Jack Daniels Silver Select. Preislich ist hier der Jim Beam deutlich attraktiver, denn er kostet ca. die Hälfte vom Jack Daniels Silver Select. Bei nur knapp über 20 Euro ist unser Tipp ihn einfach mal zu probieren. Bei dem Preis macht man wenig falsch und wem er tatsächlich nicht mundet kann ihn immer noch für hochwertige Cocktails verwenden (Tipp: Lynchburg Lemonade, denn wie beschrieben ist dieser Bourbon = Tennessey Whiskey).

Wer mal probieren möchte, hier der Link zu Amazon, denn dort ist er meist am günstigsten.